Haus des Geldes

Disclaimer: Die Inhalte in diesem Blog bzw. Memo stellen meine persönlichen Meinungen dar. Es handelt sich um keine Anlageberatung in irgendeiner Form.

Kapitalanlage für Privatanleger

In diesem Memo gebe ich einen Überblick über die Grundprinzipien meines Verständnisses von Geldanlage für Privatanleger. Aus einer soliden Basis heraus (Fundament) lassen sich Stockwerk für Stockwerk riskantere Investitionen hinzufügen. Mein Anlagehorizont ist dabei über alle Assetklassen hinweg sehr lange.

Dieser Blog – mir gefällt das Wort Memo einfach besser – wird sich je nach Anlass mit gewissen Investitionsmöglichkeiten beschäftigen und diese analysieren. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit und meine Ausführungen sollen nicht als Anlageberatung verstanden werden.

Fundament

Indexfonds auf den Weltmarkt (mit jeweils über 3000 Aktien) und sehr geringen Gebühren stellen die Grundlage dar. Diese eignen sich sowohl für einmalige Investitionen sowie regelmäßige Sparpläne. 

  • MSCI All Country World Index
  • FTSE All-World Index

Die Unterschiede in der Indexzusammensetzung sind gering, Ich investieren in beide: MSCI ACWI über State Street (IE00B44Z5B48) und FTSE All-World über Vanguard (IE00BK5BQT80).

Grundsätzlich benötigt es nur einen dieser Welt-ETFs. Diese gewährleisten eine breite Streuung in den Weltaktienmarkt und stellen eine optimale Basis für alle Investitionspläne dar.

Für alle die wenig Zeit haben und Geldanlage nicht komplizierter machen wollen als sie ist, ist ein regelmäßiger Sparplan auf einen dieser Welt-ETFs die beste Zukunftsvorsorge die noch dazu viele Marktteilnehmer langfristig outperformen wird. Niedrige Kosten und kein ständiges Handeln mit hohen Gebühren schlagen langes Studieren.

Eine tolle Visualisierung des MSCI World Index seit 1971 von dividendenadel.de zeigt die die Performance des Aktienmarktes weltweit sehr anschaulich. Vielleicht können solche Daten und Fakten die Aktienkultur in unserem Land ein wenig verbessern …

Erdgeschoss

  • Immobilien
  • Einzelaktien
  • Anleihen
  • Spezialisierte ETFs

Dem Vorteil des Fremdkapitalhebels bei Immobilieninvestitionen steht das Klumpenrisiko entgegen. Eine breite Diversifikation ist meist nur über Immobilien-Aktien oder -Fonds möglich.

Wer sich selbst um die Vermietung kümmern, Leerstände vermeiden sowie kleine Reparaturen selbst durchführen kann, hat jedenfalls einen Vorteil bei Immobilieninvestitionen. Leerstand und Reparaturen werden in vielen Renditeberechnungen von Immobilieninvestoren zu sehr vernachlässigt.

Mit Einzelaktien sowie spezialisierten ETFs können wir uns auf Industrien konzentrieren von denen wir eine Überrendite erwarten (meist eine Illusion, wir alle überschätzen uns) oder spezifische Sektoren unterstützen. Ich selbst wühle mich auch gerne durch Geschäftsberichte und sehe die Analyse von einzelnen Unternehmen als lehrreiches Hobby.

Ich konzentriere mich vor allem auf die Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Dies spiegelt sich sowohl in der Auswahl meiner Einzelaktien sowie der ETFs wieder. Ich investiere beispielsweise in den S&P Global Clean Energy Index über Blackrock (IE00B1XNHC34).

Obergeschoss

  • Unternehmensbeteiligungen
  • StartUps
  • VC/PE Fonds

Aus einer soliden Basis heraus kann man aus meiner Sicht riskante Beteiligungen in private Unternehmen hinzufügen. Ich habe hier in den vergangenen 8 Jahren bereits einiges erlebt. Ob mit aktiver Tätigkeit oder einer ausschließlich passiven Beteiligung: diese Form der Investitionen ist nichts für schwache Nerven und man muss sich des hohen Risikos bewusst sein. Außerdem sind diese Beteiligungen in den meisten Fällen äußerst illiquide und unter einem Zeithorizont von 10 Jahren sollte man gar nicht erst damit beginnen.

Es hilft jedenfalls selbst Unternehmen zu führen um ein besserer Investor zu werden und vice versa.

Dachgeschoss

  • Edelmetalle
  • Rohstoffe
  • Kryptowährungen
  • Asset Token
  • Crowdfunding
  • Kunst

Ich persönlich bevorzuge produzierende Assets: Immobilien die Mieterträge abwerfen, Unternehmen die Produkte und Dienstleistungen herstellen und Dividenden ausschütten.

Zwar bin ich mir bewusst, dass all die Assets “im Dachgeschoss” große Potenziale haben, ich selbst verfüge aber nicht über die Einblicke um zukünftige Preisentwicklungen abschätzen zu können. Deshalb wird dieser Bereich auch in Zukunft nur ein sehr kleiner Bereich meiner Asset Allocation bleiben.

Die Cashquote (Anteil von Barvermögen am Gesamtvermögen) muss jeder selbst bestimmen. Hohe liquide Bestände ermöglichen flexibel auf zukünftige Situationen und billige Kaufoptionen reagieren zu können. Andererseits verpassen sie für diese Zeiträume Verzinsung und ewig zu warten in der Hoffnung auf bessere Zeiten (= billigere Einstandskurse und Kaufpreise) ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Manche warten seit den 70ern …

26. Juli 2020